Ökologisches Heizen

Gesundes Heizen

Die Heizung ist maßgeblicher Faktor für das Klima im Haus. Zu 60 % des Jahres wird dieses Klima in Mitteleuropa durch sie bestimmt. Dass von ihr aber auch Gesundheit und Wohlergehen des Menschen abhängen, ist zwar eine Tatsache, die aber bisher völlig unbeachtet blieb. Auch auf diesem Sektor sind technische und wirtschaftliche Belange einseitig ausschlaggebend. Unter dem Begriff "Heizungsklima" ist nicht nur, wie allgemein üblich, die Raumluft- Temperatur zu verstehen, integriert sind darin auch Oberflächentemperatur, Art der Wärme, horizontale und vertikale Temperaturdifferenzen im Raum, Luftfeuchte,Luft - und Staubzirkulation, Staub- und Gasbildung, Geruch, Ionisation der Luft, einschließlich elektrostatischer Ladungen . Voraussetzung zur Planung einer Heizung die ein angenehmes und gesundes Raumklima erzeugt, müssen zunächst folgende Punkte beachtet werden:

Rein physikalisch gesehen braucht der Mensch nicht die Heizung, um sich zu erwärmen. Die Heizung hat nicht die Aufgabe, dem Menschen Wärme zuzuführen. Der Mensch gibt selbst Wärme an die Umgebung ab. Ein gesunder Regelorganismus sorgt für fast konstante Körpertemperatur . Überschusswärme, die durch Nährstoffverbrennung bzw. intensivierte Muskeltätigkeit erzeugt wird, muss abgeführt werden . Dies geschieht durch trockene Wärmeabgabe wie Wärmestrahlung, Wärmeleitung und Wärmeströmung . Weitere Wärmeabgabe erfolgt durch Wasserverdampfung wie Schweißverdunstung und Atmung . Der gesunde Mensch atmet zwischen fünf und siebzig Liter Luft pro Minute ein und aus . Mit welcher Temperatur die Luft auch immer eingeatmet wird, sie kommt mit Körper- temperatur heraus. Wie trocken oder feucht die eingeatmete Luft gewesen sein mag, die ausgeatmete ist mit Wasserdampf gesättigt, ihre relative Feuchte beträgt immer 100 % = 41 g/kg absolute Feuchte. Die Raumluft muss also möglichst kühl und trocken sein . In der Natur erleben wir an einem herrlichen Frühlingstag im Mai oder bei einem Waldspaziergang im November die herrliche Luft . Da atmet sich's leicht.

Die Luft ist angenehm kühl und beinhaltet wenig Wasser . Etwa 4 g /kg absolute Feuchte . Ganz anders bei Gewitterschwüle, ist die Luft bleischwer, schweißtreibend, absolute Feuchte der Luft etwa 12 g/kg. Je wärmer und je feuchter die Luft ist, um so weniger kann der Regelorganismus des Menschen die Überschusswärme los werden.

Wassergehalt der Luft Eignung als Atemluft Empfindung beim Atmen
0,5 g /kg sehr gut leicht, frisch
5 - 8 g /kg gut neutral
8 - 10 g /kg befriedigend noch erträglich
10 - 20 g /kg zunehmend schlecht schwer, schwül
(41 g /kg Wassergehalt der Atmungsluft)

Der Organismus steht im ständigen Austausch mit den ihn umgebenden Klimabedingungen und ist stets bemüht, thermische Behaglichkeit zu erreichen. Der Wärmeaustausch ist abhängig zunächst von der Kleidung (zweite Haut), dann von der Oberflächentemperatur der Umschließungsflächen (dritte Haut).

Behaglichkeitskurve in Abhängigkeit von der Wandoberflächentemperatur

Wandheizsysteme gewährleisten ein angenehmes und gesundes Raumklima. Die Raumerwärmung erfolgt vorrangig durch Wärmestrahlung, nicht durch Warmluftumwälzung, so dass durch das Heizsystem keine negative Beeinträchtigung des Raumklimas erfolgt - im Gegenteil, die Wandheizung schafft ein Strahlungsklima nach dem Vorbild der Sonne. Die großflächige Strahlungswärme ermöglicht eine Absenkung der Raumlufttemperatur auf ca. 18° C, ohne Behaglichkeitsverlust. Hierdurch reduzieren sich zum einen die Lüftungswärmeverluste um bis zu 30 % und zum anderen wirkt sich die niedrige Lufttemperatur positiv auf unseren Organismus aus. Aufgrund der höheren Wandtemperaturen wird dem Körper nur sehr wenig Wärme über Strahlung entzogen. Dadurch kann der Wärme- und Feuchtehaushalt optimal bei niedrigeren Lufttemperaturen weitestgehend über die Atmung geregelt werden - ein sehr feinfühliges Regelorgan.

Bei "Hypokaustenheizungen" und "wasserführenden Unterputzsystemen" befinden sich innerhalb der beheizten Räume keine sichtbaren Heizkörper. Raumhohe Schrankflächen im Bereich von Wandheizungen vermindern zwar die Heizleistung um bis zu 50 %. Stehen die Schränke jedoch auf Füßen und schließen nicht deckenbündig ab, erfolgt keine Einschränkung der Heizleistung. Werden Wandheizungen auf Außenwänden installiert, muss der k-Wert der Außenwand mindestens 0,35 W/m²K aufweisen, um die Transmissionswärmeverluste zu begrenzen. Wandheizungen bewirken eine rasche Austrocknung der "Baufeuchte" und reduzieren den "Naturfeuchtegehalt" von Außenwänden. Hierdurch verbessert sich der Dämmwert der Außenwände, in Abhängigkeit von den eingesetzten Baumaterialien, um bis zu 30 %. Dies ist ein Grund warum Wandheizungen gerne gezielt zur Erhaltung bzw. Sanierung alter Bausubstanz eingesetzt werden.


Literatur

1. Alfred Eisenschink "Falsch geheizt ist halb gestorben"
7. Auflage: 1994

2. Anton Schneider "Die gesunde Heizung"
Auflage: 1988

3. H. Gimbel "Gesundes Wohnklima durch Strahlungsheizung"
Auflage: 1986

4. Hartmut Grotjan Fachzeitschrift Heizungsjournal
Auflage: September 1998

Inhalt
                 Informationen
                 Kontakt
Startseite
                 Datenschutzerklärung
                 Formular
Angebot des Monats
                 Haftungsausschluss
                 E-Mail
Gasbrennwertsysteme
                 Impressum
Wärmepumpensysteme
 
Solarsysteme
Brennholzsysteme      
Brennwertpelletheizung      
Lüftungsanlagen      
Bad und Wellness      
Ökologisches Heizen      
Effizienzhauskonzepte